Zwei Tage Schaubacken in der Arena von Zagreb

Blick von den Rängen über das Messegelände der TimZip Expo in der Arena von Zagreb – unser Stand mittendrin, dazwischen viele andere Aussteller.

Wir sind zurück. Eva, Christoph und ich kommen gerade aus Zagreb, von der Hausmesse unseres Partners TimZip. Ich glaube, die letzten beiden Tage werden uns noch eine Weile begleiten.

TimZip hatte das Stadion in Zagreb gemietet. Zwei Tage Hausmesse, eine eigene Welt zwischen Sitzreihen und Spielfeld, und mittendrin eine Reihe von Maschinen, an denen Bäcker aus halb Europa stehen geblieben sind und mitgebacken haben.

Wir hatten zwei Anlagen vor Ort: eine FG-Durchlaufanlage und eine FGA, unseren modularen Halbautomaten. An der FGA hat Christoph live Berliner gebacken – immer dann, wenn Besucher da waren, die es sehen wollten. Wer eine Backanlage in echt vor sich hat, bekommt einen anderen Eindruck, als wenn er nur ein Datenblatt liest.

Eine Vorführung pro Tag, übersetzt von Sven

Einmal am Tag, jeweils um 13 Uhr, habe ich selbst eine Vorführung gemacht. Auf Englisch, mit Übersetzung ins Kroatische durch Sven – einer von den TimZip-Kollegen, mit denen wir schon lange arbeiten. Sven kennt die Maschine technisch, und er kennt seine Kunden. Das merkt man, wenn er übersetzt: eine technische Frage landet bei ihm immer in einem konkreten Bäcker-Alltag.

Vorführung am Stand – an der FGA hat Christoph live Berliner gebacken, an der FG haben wir erklärt, gezeigt und Fragen beantwortet.

Vor mir standen Bäcker aus dem ganzen Balkan, aus Ungarn, Rumänien, dazwischen Besucher, mit denen ich nicht gerechnet hätte – aus Irland zum Beispiel. Die Mischung war breiter, als wir erwartet hatten, und die Fragen entsprechend unterschiedlich. Hier die kleinere Filialbäckerei, die wissen wollte: rechnet sich eine FGA für uns – und falls ja, können wir später auf eine zweite Linie hochrüsten? Dort der industrielle Hersteller, der über Stundenleistungen, Fettstandzeit und Reinigung sprechen wollte. Beides am selben Tag, am selben Stand, nacheinander.

Bombenalarm am zweiten Vormittag

Am zweiten Tag passierte etwas, das so in keinem Plan stand. Im Einkaufszentrum direkt neben der Arena gab es einen Bombenalarm, und der Zugang zu unserer Halle war am Vormittag gesperrt. Wer drin war, blieb drin. Wer noch kommen wollte, kam erst einmal nicht rein. Um 14 Uhr ging es weiter.

Vor der Arena am zweiten Vormittag.

Was für ein Erlebnis. Wenn ich den Vormittag aber ehrlich anschaue, war es einer der intensivsten Slots der ganzen Messe. Die Besucher, die drin waren, sind geblieben. Aus den schnellen Stand-Gesprächen wurden längere. Aus einem „Guten Tag, kann ich kurz schauen?" wurden Fragen, die im normalen Messelauf erst nach dem dritten Termin gekommen wären. Manchmal entsteht Nähe, weil sich gerade nichts anderes anbietet. Wir haben in diesen Stunden mehr gelernt als in vielen geplanten Slots vorher.

Was ich mitnehme

Drei Dinge bleiben hängen.

Das eine sind die Gespräche. Bäcker, die ihre Sorgen direkt benennen – Personalmangel, Energiekosten, eine Anlage, die nicht mehr will, ein Markt, in dem sich seit Jahren wenig bewegt. Diese Gespräche bekommt man nicht über ein PDF und nicht über ein Video. Geschäft wird zwischen Menschen gemacht, und an Tagen wie diesen wird klar, warum wir das so wörtlich meinen.

Das zweite ist TimZip. Wer eine zweitägige Hausmesse im Stadion auf die Beine stellt, mit dem Aufwand, mit der Sorgfalt, und seine Kunden so betreut, dass sie auch nach einem Bombenalarm bleiben, der versteht etwas von Kundenbeziehung, das in keiner Vertriebsschulung steht. Wir freuen uns, mit Leuten wie diesen zu arbeiten.

Und das dritte ist eine Beobachtung, die mich auf dem Heimweg ehrlich gesagt ziemlich begeistert hat. Sportarenen sind für Spiele und Konzerte gebaut. Wenn da zwei Tage lang eine Siedebackanlage steht und live Berliner aus dem Fett kommen, ist das ein Bild, das man so nicht alle Tage sieht.

Die FG und die FGA, die wir mitgebracht haben, sind damit jetzt Unikate. Beide. Welche andere Siedebackanlage in Europa hat eine Historie, in der zwei Tage Schaubacken in einer Sport-Arena vorkommen? Diese Vorgeschichte steht in keinem Datenblatt – und sie wird in keinem zukünftigen zu finden sein. Wer eine der beiden übernimmt, bekommt Technik mit einer Geschichte. Genau dafür kann ich mich begeistern.

Mal sehen, wer die beiden am Ende bekommt.

Peter Schröder

Ich bin Peter Schroeder, Jahrgang 1975, aufgewachsen im Landkreis Uelzen.
Mein Werdegang läuft als roter Faden durch klassische Industrien, in die
moderne Technologie Mehrwert bringt: Bankkaufmann bei der Sparkasse,
elterlicher Büromaschinen-Betrieb, IT-Trainer bei SPC Hamburg für Novell-
und Microsoft-Server, Gründer der Elanity, die ich 2020 in die Enthus überführt habe.

Heute liegt mein Fokus auf der InnovaBack GmbH. Wir bauen Siedebackanlagen
für Filialbäckereien, industrielle Hersteller und große Gebäckketten – elektrisch
oder mit Thermo-Öl, mit Cloud-Anbindung und KI-Auswertung.

Was mich treibt, ist immer dasselbe: in einer Branche, die sich seit Jahrzehnten
kaum weiterentwickelt hat, gemeinsam mit unseren Kunden etwas besser machen.
Geschäft entsteht zwischen Menschen, Technik ist das Mittel.

In diesem Blog schreibe ich über das, was bei uns in der Werkstatt, in der Backstube
unserer Kunden und auf Messen wie der IBIE passiert. Seit vielen Jahren bin ich
Mitglied der Entrepreneurs Organization Hamburg – der Austausch mit
Unternehmern aus anderen Branchen ist mir wichtig. Privat lebe ich mit meiner
Frau Eva und unseren zwei Söhnen in Norddeutschland.